Unsere neue Direktorin und ihre Stellvertreterin

Unsere neue Direktorin und ihre Stellvertreterin

Am Samstag, den 29. Februar 2020, gab es bei uns in Tani eine große Festlichkeit, um den Führungswechsel zu zelebrieren. Im Zuge dieses abwechslungsreichen Festes standen die Schlüsselübergabe, Reden, verschiedene Spiele und ein Festmahl auf dem Programm.

Bei den Vorbereitungen schmückten wir mit den Kindern den Essensraum mit bunten Papierschleifen und Blumen. Als Symbol für die offizielle Schlüsselübergabe sägten wir einen Schlüssel aus Holz aus, der anschließend von den Kindern künstlerisch gestaltet und bemalt wurde.

Am Tag des Festes versammelten sich alle Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, Kinder und einige ehemalige Kinderdorfkinder, um unseren ehemaligen Direktor, Veasna Nguon, zu verabschieden und Chanthou Pen offiziell als unsere neue Direktorin zu feiern. Chhorvy Ouk wurde als neue stellvertretende Direktorin im Kinderdorf willkommen geheißen. Gemeinsam mit den Kindern wurden nach dem offiziellen Teil Spiele gespielt, Karaoke gesungen und alte Filme vom Kinderdorf angesehen. Zum Ausklang gab es ein tolles Festmahl, bei dem alle gemeinsam zu Abend gegessen haben. Alles in allem war es war ein toller ereignisreicher Tag.

Chanthou, die bis dato immer die stellvertretende Direktorin war, hat nun das Amt der Direktorin übernommen. Sie war seit dem ersten Tag im Kinderdorf, als 2008 alles begann. Deshalb weiß sie über alles Bescheid und kennt die Kinder von klein auf. Sie ist die wichtigste Bezugsperson für die Kinder und ist stets um ihr Wohlergehen bemüht. Chanthou lebt mit ihrem Mann auf der Farm des Kinderdorfes. Sie hat sich seit ihrer Kindheit viel praktisches Wissen über die Landwirtschaft angeeignet und im Kinderdorf umgesetzt.

Chhorvy, ein ehemaliges Kind des Kinderdorfes, absolvierte auf der Don Bosco Schule in Sihanoukville die Ausbildung zur Sekretärin und lernte nebenbei Chinesisch. Danach begann sie ein Studium für Buchhaltung. Zu dieser Zeit arbeitete sie nebenbei in einer NGO als Buchhalterin und gab armen Kindern in der Umgebung Englischunterricht. Durch ihre Chinesischkenntnisse bekam sie einen guten Job in einer großen chinesischen Firma, bei der sie als Übersetzerin arbeitete. Jetzt ist Chhorvy unsere neue stellvertretende Direktorin. Sie ist hauptverantwortlich für alle administrativen Arbeiten. Unter anderem ist sie auch eine tolle Bezugsperson für die Kinder, da sie auch hier aufgewachsen ist und sich in die Kinder gut hineinversetzen kann. Neben ihrer Arbeit im Kinderdorf studiert sie im letzten Semester ihres Buchhaltungs-Studiums in Sihanoukville.

Wir freuen uns sehr über unsere neue Leitung und wünschen Chanthou und Chhorvy ganz viel Freude an ihrer Arbeit im Kinderdorf.

Tani wird unterstützt von

Hermann Gmeiner

„Ich weiß nichts Besseres, einem Kind zu helfen, als ihm eine Mutter zu geben, Geschwister zu geben, ein Haus, ein Dorf zu geben“

Über uns

Ziel des Projekts „Tani – Perspektiven für Kinder in Kambodscha“ ist es Waisen- und bedürftigen Kindern ein Leben in einem sicheren Zuhause, Zugang zu Bildung und ein kindergerechtes Aufwachsen zu ermöglichen.

Unsere Alltagsheldinnen

Unsere Alltagsheldinnen

In diesem Bericht wollen wir einen Einblick hinter die Kulissen geben und unsere Alltagsheldinnen in den Vordergrund stellen. Sie kümmern sich sorgsam um die Mahlzeiten, liebevoll um die Kinder und stehen immer mit helfenden Händen zur Seite.

Täglich kochen die Hausmütter für rund dreißig Kinder und Mitarbeiter/innen. Bei dieser Menge an Personen muss alles ein bisschen größer dimensioniert sein. In großen Körben werden Nahrungsmittel gewaschen und zugeschnitten. Den ganzen Vormittag hört man die Hausmütter das Gemüse schneiden und das Fleisch hacken. Dabei kommt der Alltagsklatsch nie zu kurz.
Fleisch wird hier in Kambodscha nicht wie bei uns filetiert, sondern in meist kleine, mundgerechte Stücke inklusive Knochen gehackt. Somit wird nichts verschwendet und alles kann verwertet werden.

Jeden Morgen kommen unsere Hausmütter mit dem vollbeladenen Moped vom Markt zurück. Wie man sich den Markt, auf welchem sie frisches Gemüse, Fleisch, Obst und sonstige Lebensmittel einkaufen, genau vorstellen kann, könnt ihr in unserem ausführlichen Bericht über den Markt in Tani nachlesen. Hier geht es zum Marktbericht.

   

Je nach Saison verfügen wir auch über eigenes Gemüse, das unsere Arbeiter in unserem großen Garten anpflanzen. Neben eigenem Gemüse haben wir große Reisfelder, die mittlerweile schon abgeerntet wurden. Die Kinder helfen dabei auch jedes Jahr sehr fleißig mit. Da Reis hier die Hauptnahrungsquelle ist, gibt es dreimal am Tag Reis: Morgens, mittags und abends. Dabei verkochen unsere Hausmütter fast täglich große Mengen an Reis. Es ist eine wahre Kunst, in diesen riesigen Töpfen den Reis nicht am Boden anbrennen zu lassen, obwohl nur mit Holzkohle gekocht wird. Im Jahr werden im Kinderdorf bis zu 10 Tonnen Reis verarbeitet.

Die Hausmütter sind also jeden Tag sehr gefordert und verwöhnen uns trotz aller Arbeit immer gut gelaunt mit kambodschanischen Köstlichkeiten.

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So waren bei uns die Weihnachtsfeiertage

So waren bei uns die Weihnachtsfeiertage

Auf dem Markt in Tani, bei dem man sonst immer alles findet, was das Herz begehrt, kann man leider keinen Tannenbaum für den Weihnachtsabend kaufen. Darum haben wir uns kurzerhand dazu entschlossen, unseren eigenen Christbaum zu gestalten. Wir kauften bei einem Händler Baustahl, um daraus einen Ständer zu schweißen und sammelten Holz in der Umgebung, um es zuzuschneiden. Das Holz wurde anschließend auf dem geschweißten Ständer aufgefädelt und siehe da, der Christbaum war fertig.

Nachdem der Christbaum aufgestellt worden war, halfen alle beim Schmücken und Dekorieren. Lichterketten und ganz viel Glitzer durften dabei nicht fehlen. Aus Papier wurden bunte Ketten und Schneesterne ausgeschnitten. Mit Musik und vielen helfenden Händen war alles in kürzester Zeit fertig.

Nach dem Einpacken der Weihnachtsgeschenke konnte einem fröhlichen Weihnachtsabend nichts mehr im Wege stehen. Da es in Kambodscha normalerweise nicht üblich ist, Weihnachten zu feiern, ist der 24. Dezember ein gewöhnlicher Schultag für die Kinder. Im Buddhismus, welcher mit über 90% die Hauptreligion in Kambodscha ist, wird die Geburt Jesu zwar zur Kenntnis genommen, jedoch nicht gefeiert. Im Frühling feiern Buddhisten beim Vesakh-Fest die Geburt von Buddha, seine Erleuchtung und dessen Tod. Dieses Fest ist somit vergleichbar mit dem christlichen Weihnachtsfest.

  

Am Abend, als die Kinder nach Hause kamen, wurden nach dem gemeinsamen Abendessen Spiele gespielt, getanzt und gesungen. Für so viele Kinder gab es auch dementsprechend viele Geschenke. Obwohl es nur Kleinigkeiten waren, freuten sich die Kinder riesig. Nach der Bescherung gab es zum Abschluss eine Showeinlage der Mädchen, die eine Modenshow einstudiert hatten.

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Als Europäer in Kambodscha

Als Europäer in Kambodscha

Was für Europäer unglaublich und manchmal auf den ersten Blick unerklärlich erscheint, ist für KambodschanerInnen gewöhnlicher Alltag. Im folgenden Bericht möchten wir Themen aufgreifen, die uns am meisten aufgefallen sind und immer wieder aufs Neue faszinieren.

Die ersten erstaunlichen Eindrücke, die wir als Europäer in Kambodscha wahrgenommen haben, waren der in der Luft liegende Staub, die unzähligen Mopeds im Verkehr und die teils unbefestigten, mit tiefen Schlaglöchern übersäten Straßen. Neben dem turbulenten Verkehr auf der Straße herrscht auch auf den Strommästen – aus europäischer Sicht – Chaos.

  

Beim genaueren Hinsehen fallen einem interessante Fahrzeuge auf. Motorräder mit vollbepackten, überdimensionalen Anhängern, überladene Minivans und Mopeds, die Streetfood oder sogar Hühner und Schweine transportieren. Da auf die Straßenverkehrsregeln nicht geachtet wird, machen KambodschanerInnen im Straßenverkehr durch dröhnendes Hupen auf sich aufmerksam.

Durchquert man die Straßen des ländlichen Kambodschas, winken einem als Europäer beinahe alle kambodschanischen Kinder mit einem lauten „Hello“ zu. Des Weiteren sieht man grüne Reisfelder so weit das Auge reicht. Der Reis, welcher nun fortlaufend geerntet und vor jedem Haus in großen Netzen getrocknet wird, stellt das Grundnahrungsmittel in Kambodscha dar. Darum gibt es hier zu jeder Mahlzeit drei Mal am Tag Reis mit unterschiedlichen Beilagen.

Der Buddhismus ist mit über 90% die größte Religion in Kambodscha. Die meisten buddhistischen Menschen glauben an Geister, weshalb so gut wie jedes Gebäude ein sogenanntes „Chumneang pteah“ besitzt. Meistens ist dies ein kleines buntes Häuschen, das auf einer Stelze steht und ein bisschen wie ein europäisches Vogelhäuschen aussieht – nur bunter.

 

Kambodscha wird nicht ohne Grund auch als Land der Hängematten bezeichnet. So ziemlich jeder Haushalt besitzt mindestens eine Hängematte, doch auch entlang der Straße oder am Markt findet man sie überall.

Hier in Kambodscha gibt es einiges Faszinierendes zu entdecken. So fremd die andere Kultur und Lebensweise anfänglich auch wirken mag, lernt man das Land sehr schnell schätzen. Die freundlichen und hilfsbereiten KambodschanerInnen zaubern einem immer wieder ein Lächeln ins Gesicht.

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