Chanthou Pen


stellvertretende Leiterin des Kinderdorfs 
„Tani - Perspektiven für Kinder in Kambodscha“

Chanthou wächst als jüngstes von sechs Kindern in der Gemeinde Tani auf. Die häuslichen Verhältnisse sind auch für Kambodscha sehr bescheiden. Die Eltern betreiben eine kleine Landwirtschaft, die gerade das Nötigste abwirft, um das tägliche Überleben zu sichern- eine Kuh, ein Schwein, einige Enten und Hühner, ein Reisfeld, etwas Gemüse.   Da die älteren Brüder früh eigene Familien gründen und wegziehen, übernimmt Chanthou bereits als Schulkind Verantwortung und hilft ihrer Mutter, welche eine winzige Garküche betreibt.
Nach ihrem guten Hauptschulabschluss träumt Chanthou davon, Lehrerin zu werden. Dieser Wunsch bleibt ihr verwehrt. Da zwei ihrer Brüder bereits in jungem Alter sterben, holt sie ihre Neffen und Nichten zu sich und kümmert sich mehrere Jahre fürsorglich um sie.
Chanthou ist jedoch stets bemüht, sich weiter zu bilden und Arbeit zu finden. Beim Bürgermeister einer Nachbargemeinde darf sie sporadisch Schreibarbeiten erledigen und Fortbildungskurse für die Bevölkerung durchführen.

In der Errichtung unseres Kinderdorfes sieht Chanthou endlich ihre Chance und bewirbt sich als Hausmutter. Schon sehr bald fallen ihr Fleiß, ihre Verlässlichkeit, ihr liebevoller Umgang mit den Kindern, ihr Lernwille, aber auch ihre Intelligenz auf. Da es seit Gründung des Kinderdorfes ein Anliegen des Vereines ist, den Mitarbeitern schrittweise Verantwortung zu übertragen, eine Kommunikation aber durch die mangelnden Sprachkenntnisse nicht stattfinden kann, wird Chanthou für drei Monate nach Österreich geholt, um intensiv Deutsch zu lernen. Hier fallen ihr Fleiß und Lernwille besonders auf. Nach einem weiteren dreimonatigen Superintensivkurs am Götheinstitut in Phnom Penh ist es mittlerweile dem Vereinsvorstand möglich, mit Chanthou problemlos über Skype in Kontakt zu treten und ihr dadurch die stellvertretende Leitung des Kinderdorfes anvertrauen zu können.

In den vergangenen Monaten wurde Chanthou außerdem schrittweise vorbereitet, organisatorische Aufgaben wahrzunehmen:
- Überwachung von Hygiene und Gesundheit der Kinder, Überprüfung sinnvoller Medikamentenabgabe - Sauberkeit in Küche, Sanitäranlagen ,Gelände, umweltfreundliche Müllentsorgung
- Erziehung zu gesunder Ernährung
- Organisation des Tagesablaufes im Alltag und bei besonderen Anlässen
- Einführung von Ritualen und Qualitätszeit  mit den Kindern
- Kontakt mit öffentlicher Schule und Pagode
- Einkauf und Abrechnung, Erledigung von Bankgeschäften
- Organisation von Fortbildungskursen für Kinder und Mitarbeiter, Behördengänge
- wöchentliche Teamsitzungen mit den Hausmüttern und Besprechen anstehender Aufgaben und Probleme

Frau Chanthou Pen gibt fast täglich den kleineren Kindern Nachhilfe in Khmer. Auch bei den Hausaufgaben etc. hilft sie den Kindern immer und geht mit ihnen nochmals den Stoff aus der Schule durch.
Der Verein ist sich bewusst, dass weitere Schulungen und pädagogische Hilfestellung auch in Zukunft unerlässlich sind und hofft deshalb auf freundliche finanzielle Unterstützung dieses Projekts.